18. Erinnerungsfetzen
Der Tag der Operation. Mit mehr als zwei Jahren Abstand nur noch ein seltsamer Traum voller absurder Details. Ich warte im kleinsten Untersuchungszimmer der Welt auf einen Arzt, während ausserhalb dieser vier Wände das halbe Krankenhauspersonal nach mir sucht. Im Zimmer bekomme ich den Fensterplatz und ein Paar Stützstrümpfe. Viel zu schnell werde ich auch schon aus dem Zimmer gerollt. Einzelne Tränen laufen mir über die Wangen. Ich sehe das Spiegelbild meiner Angst in den Augen meiner Mama. Im Vorbereitungsraum ein gut gelaunter plastischer Chirurg, der mir in einem einzigen fliessenden Zug geschwungene Linien unter die Brüste malt. Im Operationssaal ist es kalt. Die Narkose fühlt sich schön an.
Ein kurzer Augenblick im Aufwachraum. Das nächste Mal erwache ich schon in meinem Zimmer. Die Operation hat lange gedauert, aber alles ist gut. Vorerst.